Liebe Bläserfreunde,

 

mit den Jagdsignalen aus diesem Notenbuch möchte ich Euch bekanntmachen.

 

Was vor 20 Jahren mit einer kleinen Notenbuch-Erstausgabe begann, ist heute auf 35 neue Jagdsignale, Fanfaren und jagdliche Musikstücke für Fürst-Pless- und B-Parforcehörner angewachsen.

 

Als ehemaliger Reiter und Jagdhornbläser mit einem kleinen Jagdhorn, dem  Fürst-Pless-Horn, war ich in den 60er Jahren das erste Mal zu einer Schleppjagd eingeladen. Ich konnte bis dahin nur die Jagdsignale der Jäger blasen, aber schon damals fiel mir auf, dass nur ganz wenige dieser Signale zum Jagdgeschehen einer Schleppjagd passen.

 

Immer wenn es meine Zeit zuließ war ich auf der Suche nach Jagdsignalen  für die reiterliche Jagd und beschäftigte mich mit den Zeitzeugnissen und der Tradition der reiterlichen Jagdmusik.

 

Ich sammelte und studierte eine große Anzahl alter Bücher mit Volks-,        Jäger-, Vaterlands-, Studenten-, Postillion- und Reiterliedern aus dem 18. und 19. Jahrhundert und fand heraus, welche Jagdhörner, Jagdsignale und Fanfaren zur Tradition der Reit- und Schleppjagden in Deutschland gehören.

 

Meine Nachforschungen ergaben, dass die Jagdreiter der preußischen Kavallerie bei der Gründung der deutschen Schleppjagdvereine vor ca. 170 Jahren stark eingebunden waren. Damit wurden auch ihre Hornsignale auf den Reit- und Schleppjagden eingeführt. Diese wurden bis in die 1940er Jahre geblasen. Leider sind aber sehr viele im Weltkriegsgeschehen verschollen oder in Vergessenheit geraten.

 

In den 90er Jahren hatte ich ein sehr eindrucksvolles und prägendes Erlebnis. Es kam zu einem Zusammentreffen mit einem sehr großen berittenen Bläsercorps der Kavallerie. Da konnte ich die Bläser mit ihren Hornsignalen aus allernächster Nähe erleben.

 

Nach diesem Erlebnis begann ich mit einem längeren Studium der Methoden und Rhythmen der Kavallerie-Hornsignale und es ermutigte mich, für Reit- und Schleppjagden passende Signale und Fanfaren zu komponieren, die an die Tradition der alten Hornsignale der Reiter anschließen, die von 1866 bis 1942 auf Reit- und Schleppjagden geblasen wurden.

 

So entstand in den letzten 20 Jahren stufenweise dieses Notenbuch. Wenn  heute die für Fürst-Pless- und B-Parforcehörner angebotenen Musikstücke    auf Reit- und Schleppjagden erklingen, werden sie von Jagdherren und Reitern gewürdigt, weil sie zum Jagdgeschehen passen.

 

Das Titelbild dieses Notenbuches ist ein Zeitzeugnis des deutschen Malers    August Querfurt 1696 – 1761 aus Wolfenbüttel. Er zeigt auf mehreren seiner Gemälde, dass bei Reitjagd-Szenen Jagdhornbläser zu Pferde mit kleinen Jagdhörnern zum Jagdgeschehen gehören. Das zeigt uns, dass das kleine Jagdhorn im 18. und 19. Jahrhundert nicht nur bei den Jägern, sondern auch von Reitern auf Reit- und Schleppjagden geblasen wurde. Somit gehört es zur  Tradition der reiterlichen Jagd.

 

Ich wünsche Euch mit diesem Notenbuch viel Freude und es grüßt herzlich

 

Jochen Kolberg

 

Januar 2019

 

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